von Brian M. Stableford (1948 – 2024)
Wilhelm Goldmann Verlag München; 1978; 159 Seiten
„The Face of Heaven“; 1976
Teil 2/2
Über J. H. Fremlins Artikel als mutmaßliche Grundlage zu Stablefords Roman habe ich im ersten Teil des Blogs gesprochen.
Stableford nimmt Fremlins Artikel (sage ich ohne jedwede Quellengrundlage) und baut eine Schale um die Erde (naja: über die Kontinente), Bauzeit 11.000 Jahre, nur mit außerirdischer Hilfe möglich. Das ist der Himmel. In der verdunkelten Hölle darunter leben immer noch Menschen und andere intelligent gewordene Spezies. Ein toller Kontrast. Als die Unterwelt über die Träume Carl Magners in die Oberwelt sickert, berühren sich die beiden Welten. Magners Sohn Joth, ein halber Cyborg, verschwindet in der Hölle.
Das Kybernetz (aha!) verbreitet die Information über Leben in der Hölle in der Oberwelt. Dort hatte man die Welt darunter über Jahrtausende ausgeblendet und vergessen. Man rüstet eine Expedition in die Hölle aus. Die verschiedenen Fraktionen der Himmelsmenschen belauern sich und intrigieren fleißig. Ein Killer wird ausgesendet.
In der Hölle dreht sich das Leben schneller. Der schwärende Konflikt zwischen den Menschen ohne Seele und den Kindern der Stimme eskaliert. Es gibt Tote. Aber es gibt Hoffnung: Huldi, eine Gefangene der Menschen ohne Seele, ist zu den Kindern der Stimme geflohen. Camlak, der neue Häuptling der intelligenten Ratten (welche andere Tierart könnte in einer Hölle überleben und Intelligenz entwickeln?), gibt ihr und Joth Asyl. Immer ein aktuelles Thema.
Dann erscheinen die Ahrima. Eine Mischung aus antiken Spartanern und einem Ameisenvolk. Der Soziologe in Stableford trifft den Biologen. Die Ahrima fegen alles weg, was ihnen im Weg steht, oder assimilieren ihre Opfer. Es bleibt nur die Flucht als Ausweg.
Überall im Buch ist der wissenschaftliche Hintergrund von Stableford fühlbar. Er geht ins Detail, erläutert sich. Teilweise keine leichte Kost. Als Jugendlichern habe ich einige Anläufe gebraucht, um mich durch das Werk zu navigieren. Es ist auch ein Buch über Eliten, elitäres Gehabe (=> Silicon Valey-Techno-Boys) und die Schwierigkeit, trennende Grenzen zu überwinden oder es zu versuchen. Wie immer: es gehören zwei dazu.
Das Buch endet mit einem Cliffhanger – aber es gibt ja noch zwei Teile in der „Tartarus“-Trilogie, die im Abstand von jeweils fast zwanzig Jahren veröffentlicht wurden. Das Thema hat Stableford über 40 Jahre beschäftigt! Und den Cliffhanger löst er hoffentlich auf 😉
Stoff für weiter Blogs – nach und nach.
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